{"year": "2009", "problem_label": "1", "tier": 1, "problem": "Es sei $p>7$ eine Primzahl, die bei Division durch 6 den Rest 1 lässt. Setze $m=2^{p}-1$. Man beweise, dass $2^{m-1}-1$ ohne Rest durch $127 m$ teilbar ist.", "solution": "Die Lösung besteht aus drei Schritten:\n\n1. $2^{m-1}-1$ ist durch 127 teilbar.\n2. $2^{m-1}-1$ ist durch $m$ teilbar.\n3. 127 und $m$ sind teilerfremd.\n\nZu 1: Es gilt $2^{6} \\equiv 1 \\bmod 7$. Aus $p \\equiv 1 \\bmod 6$ folgt $2^{p} \\equiv 2 \\bmod 7$, also $7 \\mid m-1$. Mit $2^{7} \\equiv 1 \\bmod 127$ folgt daraus $2^{m-1} \\equiv 1 \\bmod 127$.\nZu 2 : Es gilt $2^{p} \\equiv 2 \\bmod p$ (kleiner Satz von Fermat), d. h. $p \\mid m-1$. Aus $2^{p} \\equiv 1 \\bmod m$ folgt damit $2^{m-1} \\equiv 1 \\bmod m$.\nZu 3 : Es gilt $2^{p} \\equiv 1 \\bmod 127$ genau dann, wenn $p$ durch 7 teilbar ist (schreibe $p=7 k+r$ mit $0 \\leq r<7$ und verwende $2^{7} \\equiv 1 \\bmod 127$ ). Wegen $p>7$ ist das nicht der Fall, also ist $m$ nicht durch 127 teilbar, und da 127 eine Primzahl ist, sind 127 und $m$ teilerfremd.\nBemerkungen: Die Beziehung $\\operatorname{ggT}\\left(2^{a}-1,2^{b}-1\\right)=2^{\\operatorname{ggT}(a, b)}-1$ erlaubt eine Verkürzung der Lösung. Statt Kongruenzrechnung kann teilweise auch die Teilbarkeitsaussage $a-b \\mid a^{n}-b^{n}$ verwendet werden. Einige Teilnehmer verwendeten eine fehlerhafte Fassung des Satzes von Euler-Fermat: er lautet $a^{\\phi(m)} \\equiv 1 \\bmod m$ für $\\operatorname{ggT}(a, m)=1$ doch nur für $m$ Primzahl gilt $\\phi(m)=m-1$.", "problem_match": "# Aufgabe 1", "solution_match": "\nLösung:"} {"year": "2009", "problem_label": "2", "tier": 1, "problem": "Das Dreieck $A B C$ sei bei $A$ rechtwinklig. Es bezeichne $M$ den Mittelpunkt der Strecke $B C$. Der Punkt $D$ liege auf der Seite $A C$ und erfülle $\\overline{A D}=\\overline{A M}$. Der von $C$ verschiedene Schnittpunkt der Umkreise der Dreiecke $A M C$ und $B D C$ heiße $P$. Man beweise, dass $C P$ den bei $C$ gelegenen Winkel des Dreiecks $A B C$ halbiert.", "solution": ": Der Winkel $\\varangle P D C$ ist einerseits Nebenwinkel von $\\varangle A D P$, andererseits liegt er im Sehnenviereck $B P D C$ dem Winkel $\\varangle C B P$ gegenüber. Folglich $\\varangle A D P=$ $\\varangle C B P$. Analog ist der Winkel $\\varangle C M P$ Nebenwinkel von $\\varangle P M B$ und liegt im Sehnenviereck $A P M C$ dem Winkel $\\varangle P A C$ gegenüber, also $\\varangle P M B=\\varangle P A C$. Die Dreiecke $P B M$ und $P D A$ stimmen somit in den Innenwinkeln bei $B$ und $D$ sowie bei $M$ und $A$ überein, außerdem ist nach Voraussetzung $\\overline{A D}=\\overline{A M}=\\overline{M B}$ (die letzte Gleichheit ergibt sich aus dem Satz des Thales). Nach dem Kongruenzsatz wsw sind die Dreicke $P B M$ und $P D A$ kongruent, insbesondere sind ihre von $P$ ausgehenden Höhen gleich lang. Sie sind aber die Lote von $P$ auf die Dreiecksseiten $C A$ bzw. $C B$, also liegt $P$ auf der Winkelhalbierenden.", "problem_match": "# Aufgabe 2", "solution_match": "\nLösung 1"} {"year": "2009", "problem_label": "2", "tier": 1, "problem": "Das Dreieck $A B C$ sei bei $A$ rechtwinklig. Es bezeichne $M$ den Mittelpunkt der Strecke $B C$. Der Punkt $D$ liege auf der Seite $A C$ und erfülle $\\overline{A D}=\\overline{A M}$. Der von $C$ verschiedene Schnittpunkt der Umkreise der Dreiecke $A M C$ und $B D C$ heiße $P$. Man beweise, dass $C P$ den bei $C$ gelegenen Winkel des Dreiecks $A B C$ halbiert.", "solution": "(Skizze, nach M. Krebs): Bezeichne mit $m_{X Y}$ die Mittelsenkrechte der Strecke $X Y$. Dann sind sowohl $m_{C D}$ und $m_{C A}$ also auch $m_{C M}$ und $m_{C B}$ Paare paralleler Geraden im Abstand $\\frac{1}{4} \\overline{B C}$, also begrenzen sie eine Raute. Die Mittelpunkte $M_{1}, M_{2}$ der beiden in der Aufgabe genannten Umkreise sind die Schnittpunkte von $m_{C A}$ mit $m_{C M}$ bzw. von $m_{C D}$ mit $m_{C B}$. Die Gerade $(C P)$ steht senkrecht auf der Verbindungsgeraden $\\left(M_{1} M_{2}\\right)$, ist also parallel zur zweiten Diagonalen in der Raute. Man überlegt sich nun leicht, dass die zweite Diagonale parallel zur Winkelhalbierenden ist.", "problem_match": "# Aufgabe 2", "solution_match": "\nLösung 2"} {"year": "2009", "problem_label": "3", "tier": 1, "problem": "Auf einer Tafel stehe am Anfang eine positive ganze Zahl. Wenn eine Zahl $x$ auf der Tafel steht, darf man die Zahlen $2 x+1$ und $\\frac{x}{x+2}$ dazuschreiben. Irgendwann stehe auch die Zahl 2008 auf der Tafel. Man beweise, dass sie von Anfang an dastand.", "solution": "Anfangs stehe die Zahl $a$ auf der Tafel. Der Übergang von $x$ zu $2 x+1$ oder $\\frac{x}{x+2}$ werde als Transformation bezeichnet. Alle Zahlen auf der Tafel sind positiv. 1. Variante: Aus der Zahl $a$ entstehen durch $k$ Transformationen stets Zahlen der Form $\\frac{m a+m-1}{\\left(2^{k}-m\\right) a+2^{k}-m+1}$ mit ganzzahligem $00$ gilt: $2 x+1>1$, $0<\\frac{x}{x+2}<1$. Mit Induktion nach $n$ für $n=0, \\ldots, k$ zeigt man, dass $a_{k-n}=\\frac{2009-b_{n}}{b_{n}}$ mit $0