sentence stringlengths 8 11k |
|---|
Siedlungsentwicklung. |
Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Reichenbach insgesamt 12 Bauflächen mit 6.151 m² und 3 Gärten auf 486 m², 1989/1990 gab es 14 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 23 angewachsen und 2009/2010 bestanden 15 Gebäude auf 22 Bauflächen. |
Bodennutzung. |
Die Katastralgemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. 69 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 88 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 62 Hektar Landwirtschaft betrieben und 95 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. |
Ende 2018 waren 55 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 96 Hektar betrieben. |
Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Reichenbach beträgt 14 (Stand 2010). |
Das Schloss Raesfeld [] ist ein Wasserschloss in Raesfeld im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen. |
Die Geschichte der Anlage reicht bis in die Anfänge des 12. |
Jahrhunderts zurück. |
Ende des 16. |
Jahrhunderts kam die Ritterburg der Herren von Raesfeld in den Besitz derer von Velen. |
Mitte des 17. |
Jahrhunderts ließ der Reichsgraf Alexander II. von Velen die Burg zum Residenzschloss im Stil der Renaissance ausbauen. |
In der ersten Hälfte des 18. |
Jahrhunderts starb das Geschlecht der von Velen zu Raesfeld aus; das Schloss wurde nur noch unregelmäßig bewohnt und verfiel allmählich. |
Zu Anfang des 19. |
Jahrhunderts wurden Teile der Anlage abgerissen oder bis ins 20. |
Jahrhundert als landwirtschaftlicher Gutshof genutzt. |
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen es die Handwerkskammern des Landes Nordrhein-Westfalen als neue Besitzer restaurieren. |
Heute ist das Schloss Sitz der Fort- und Weiterbildungseinrichtung der Handwerkskammern und wird für kulturelle Veranstaltungen und als Restaurant genutzt. |
Seit 2007 kann man hier heiraten. |
Von den ehemals vier Flügeln des Oberburg stehen heute noch der Westflügel mit dem markanten stufenförmigen Turm und der nördlich angrenzende Altbau mit einem wiederaufgebauten Rundturm. |
Wassergräben trennen die Oberburg von der Vorburg und der dörflichen Schlossfreiheit mit der Schlosskapelle. |
Der angrenzende Tiergarten gehört zu den wenigen erhaltenen aus der Zeit der Renaissance. |
Eine natur- und kulturhistorische Ausstellung im modernen "Informations- und Besucherzentrum Tiergarten Schloss Raesfeld" wird dieser Sonderstellung gerecht. |
Der Tiergarten ist eingebunden in das European Garden Heritage Network. |
Architektur und Baugeschichte. |
Die Schlossanlage besteht aus der Oberburg, der Vorburg und der umgebenden Schlossfreiheit mitsamt der Schlosskapelle. |
Eine Gräfte trennt die einzelnen Teile, die ursprünglich nur über Zugbrücken verbunden waren. |
Der Kunsthistoriker Richard Klapheck schrieb: „Von Süden gesehen, bildet die Gesamtanlage das eindrucksvolle Bild wunderbar ausgeglichener Baumassen. |
Nirgendwo eine barocke, gewaltsame Störung trotz der übermächtigen Turmvertikalen. |
Oberburg und Unterburg sind so zueinander gruppiert, daß das Fortissimo der angeschlagenen Töne zu einer Harmonie zusammenklingt und das Gesamtbild nur Gleichmaß und Ruhe atmet.“ |
Der Vorgänger der heutigen Anlage ist wahrscheinlich die nicht mehr erhaltene, Burg Kretier genannte Turmhügelburg. |
Sie stand im großen Esch in der Nähe der Isselquelle etwa drei Kilometer nördlich des heutigen Schlosses. |
Grabungen in den 1950er und 1960er Jahren und dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass dort um 1117 eine hölzerne Turmhügelburg mit Wassergräben über eine Flachsiedlung des 9. oder 10. |
Jahrhunderts errichtet wurde. |
Diese ist vermutlich die 889 n. Chr. im Heberegister des Klosters Werden erstmals urkundlich erwähnte Siedlung "Hrothusfeld" (gerodetes Feld), auf die der Name Raesfeld zurückgeht. |
Vermutlich nach 1259 brannte die hölzerne Anlage ab. Sie wurde nicht wieder aufgebaut und verfiel. |
Stattdessen wurde an der Stelle des heutigen Schlosses eine erste steinerne Burg errichtet. |
Die Burg hatte die Form eines unregelmäßigen Rechtecks mit Kantenlängen von 8,60 m und 9,30 m. |
An der Nordwestecke des Nordflügels der Oberburg sind Teile erhalten. |
Es handelt sich um eine etwa 1,80 m dicke Mauer aus Bruchsteinen und Kalkmörtel mit Schießscharten. |
Die Burg wurde zum Ende des 14. |
Jahrhunderts zweigeschossig und auf etwa 30,20 m Länge und etwa 12,40 m Breite erweitert. |
Außerdem wurde sie um einen Vierkantturm an der südlichen Ecke und einen runden Wehrturm auf der diagonal gegenüberliegenden Ecke im Norden ergänzt. |
Da der Dachstuhl 1597 abgebrannt war, ließ Alexander I. von Velen die Burg von 1604 bis 1606 durch den Baumeister Heinrich von Borken neu aufbauen. |
Der teilweise zerstörte Rundturm wurde wieder aufgebaut und erhielt eine welsche Haube. |
Den Abschluss der Arbeiten bezeugen die Eisenzahlen ‚1606‘ an der Südseite des Flügels. |
Die Ostwand musste allerdings 1614 erneut aufgebaut werden, da ein Sturm die Wand zerstört hatte. |
Die Ostseite wurde dabei erstmals mit Schmuckwerk wie Gesimsbändern und Wappen an den Giebelkanten verziert. |
Der angebrachte vierteilige Erker trägt die Jahreszahl 1561 und stammt ursprünglich vom Schloss Velen. |
Um 1900 wurde er abgenommen und war bis 1933 wieder am Schloss Velen, um dann erneut nach Schloss Raesfeld zu gelangen. |
Dieser Backsteinbau wurde als Nordflügel in den Ausbau zum Residenzschloss ab 1643 von Alexander II. von Velen einbezogen. |
Drei zusätzliche Flügel im Stil der Renaissance schlossen mit dem alten Herrenhaus einen rechteckigen Innenhof ein. |
Zwei dieser Flügel, die niedrige Galerie mit dem Arkadengang zum Innenhof und der Eingangsflügel zur Oberburg, mitsamt einem prächtigen Eingangsportal, wurden im 19. |
Jahrhundert abgetragen. |
Heute steht aus dieser Bauperiode auf der Oberburg nur noch der westliche Wohnflügel mit einem Mansarddach und der Turm. |
Der beherrschende etwa 50 m hohe Turm schließt sich dem Westflügel im Süden an. Den sechsstöckigen Turm krönt ein bronzener Helm, der sich steil nach oben verjüngt und von einem Zwiebelaufbau abgeschlossen wird. |
Die eigenwillige Form mit den dreifach abgesetzten Pyramidenstümpfen wird dem Frühbarock zugerechnet. |
Klapheck bezeichnete ihn als „stein gewordenen Trompetenstoß“. 1959 wurde der Turm mit Kupferblechen neu eingedeckt. |
Als Baumeister wurde 1646 den Kapuziner und Architekt Michael van Gent engagiert. |
Dieser war 1585 als Jacobus van Pouke bei Gent geboren und lebte zu dieser Zeit in Münster. |
Als Michael van Gent 1647 nach Rom berufen wurde, führten Jacob und Johann Schmidt aus Roermond die Arbeiten nach einem Modell van Gents fort. |
Die Steinmetzarbeiten erledigte Remigius Roßkotten. |
Um 1648 war die Vorburg und um 1653 die Oberburg fertiggestellt, die Baukosten betrugen insgesamt etwa 80.000 Reichstaler. |
Als Baumaterial wurden auch bei den neuen Flügeln vor allem Backsteinziegel benutzt. |
Für die Portale, die Balken und Rahmen der Fenster, die Eckquaderungen und das Schmuckwerk kam heller Baumberger Sandstein zum Einsatz. |
Zu Beginn des 20. |
Jahrhunderts erhielten die damals rot-weißen Fensterläden und Portale einen rot-gelben Anstrich, wie sie ihn, in Anlehnung an das rot-goldene Wappen derer von Velen, vermutlich im 17. |
Jahrhundert hatten. |
Zuvor waren sie vermutlich blau-weiß gestrichen. |
Die Dächer wurden mit roten Dachziegeln, die Turmhauben mit Moselschiefer eingedeckt. |
Der Westflügel wird in seiner Höhe von mehreren Gesimsbändern geteilt. |
In der Vertikalen gliedern ihn die regelmäßigen Steinkreuzfenster. |
Sie werden im ersten Geschoss von Dreiecksgiebeln bekrönt, in deren Mittelfeld abwechselnd Engelsköpfe und Muscheln dargestellt sind. |
Im zweiten Geschoss entlasten flache doppelte Bögen mit Kämpfern aus Sandstein über den Fenstern ein von Konsolen getragenes Dachgesims. |
Die Entlastungsbögen über den Fenstern des Kellergeschosses sind wie in den höheren Etagen des Turmes als einfache halbrunde Bögen ausgeführt, die Kämpfer und Schlusssteine aber aufwändiger aus behauenem Sandstein. |
Die Hofseite des Westflügels ist repräsentativ gestaltet: Die Eingangstür zum ersten Geschoss in der Südecke ist mit reicher Volutenornamentik und einem darüber befindlichen Ochsenauge geschmückt. |
Unter den Fenstern des ersten Geschosses befinden sich jeweils steinerne Kartuschen. |
Die korinthischen Kapitelle der Pilaster zwischen den Fenstern zieren abwechselnd Engelsfiguren und Voluten, sie tragen einen Architrav nach korinthischem Vorbild mit Volutenmäandern. |
Die Basis der Scheinsäulen bilden mit Löwenköpfen skulptierte Werksteine. |
Für den Ausbau von Schloss Raesfeld lassen sich in der Umgebung keine vergleichbaren Vorbilder finden. |
Klapheck sieht Raesfeld im Zusammenhang mit den Schlossbauten im geldrisch-limburgischen Maastal. |
Raesfeld bezeichnet er als östlichsten Ausläufer einer Maastal-Backstein-Architektur im 17. |
Jahrhundert zu der er unter anderem die Schlösser Hoensbroek und Schaesberg bei Heerlen und Schloss Leerodt bei Geilenkirchen zählt. |
Die Schlösser waren Alexander II. selbst wegen verwandtschaftlicher Beziehungen zu den Schlossherren oder zumindest den holländischen Baumeistern bekannt. |
Das Innere wurde im Zuge des Ausbaus ebenso prachtvoll eingerichtet. |
Die Räume schmückten Tapeten aus Leder und Gobelins, die Decken waren mit barocken Stuckaturen und Bildern verziert. |
Die Laibungen der Fenster im Rittersaal des alten Herrenhauses hatte François Walschaerth aus Maastricht mit Göttern und Helden aus der griechischen Mythologie bemalt. |
Andreas Petersen malte Vögel und Ornamente auf die Saaltüren. |
Als weitere Räume sind das Paradezimmer, das Schreibzimmer des Grafen, die Bibliothek, das Billardzimmer, die Porzellankammer, das Blaue und das Grüne Zimmer zu nennen. |
Doch von der Einrichtung war schon bei einer Inspektion im Februar 1772 kaum etwas übrig. |
Das Inventar kam zum Teil nach Schloss Velen, Übriges wurde während des Leerstands und der Besetzungen fast ausnahmslos geplündert oder zerstört. |
Bis heute ist ein Cembalo erhalten, das Alexander II. 1640 bei der bekannten flämischen Werkstatt Ruckers erworben hatte. |
Wie der Portalflügel, der Treppenturm im Innenhof und der Galerieflügel wurde der aus dem 14. |
Jahrhundert stammende runde Wehrturm im 19. |
Jahrhundert abgebrochen. 1959 wurden die noch bis zu 2,50 m hohen und 2,70 m starken Reste bis auf das Fundament aus Eichenpfählen abgetragen. |
Dabei fand man einen dreibeinigen Kochtopf aus Bronze („Grope“) und einen Bartmannskrug aus dem 17. |
Jahrhundert, die vermutlich bei der Instandsetzung des Turmes um 1600 eingemauert wurden. |
Der Rundturm wurde 1960 wieder aufgebaut. |
Subsets and Splits
No community queries yet
The top public SQL queries from the community will appear here once available.